Unser achter Roman(e): Die ultimative Voyager-Saga

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Re: Unser achter Roman(e): Die ultimative Voyager-Saga

Beitrag von kevin » Mo 2. Mai 2016, 13:24

kevin hat geschrieben:Der voraussichtliche Besprechungstermin findet statt am 18./19. Juni 2016, somit haben wir alle genügend Zeit diese drei Romane zu Lesen und zu bewerten.
Wie sieht es bei der Leserschaft aus? Sind schon alle durch? Dann könnten wir auch früher mit der Kritik starten ;)

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Re: Unser achter Roman(e): Die ultimative Voyager-Saga

Beitrag von Frank » Di 3. Mai 2016, 10:40

Ich muss den Zeitraum leider voll ausnutzen.
Dafür werde ich aber auch fertig. Versprochen. ;)

Gruß, Frank

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Re: Unser achter Roman(e): Die ultimative Voyager-Saga

Beitrag von Johnny » Di 3. Mai 2016, 13:25

Nur kein Stress, Frank. Es gibt keinen Grund zur Eile! :)
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Re: Unser achter Roman(e): Die ultimative Voyager-Saga

Beitrag von kevin » Di 3. Mai 2016, 15:47

Alles klar, danke @Frank für das Update. Lass dir Zeit :)

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Re: Unser achter Roman(e): Die ultimative Voyager-Saga

Beitrag von kevin » Fr 10. Jun 2016, 12:58

Na dann, starte ich doch einfach mal mit meiner Kritik.

Voyager Endgame
Wir starten in der Zukunft. Was mir da besonders aufgefallen ist, sind folgende Punkte:
Die ewige Diskussion um die "Familie" hat mich in der ersten Hälfte wirklich gestört. Ja es geht um die Charaktere der Voyager-Crew und sie sind wie eine Familie, genau wie die TNG-Crew. Aber warum muss das immer wieder erwähnt werden? Ich hätte aufschreiben sollen wie oft das Wort "Familie" benutzt wurde. Es ist doch viel spezieller wenn das nicht 100x erwähnt wird. Dies war zum Glück nur in der ersten Hälfte der Fall, danach habe ich das Wort nicht mehr gesehen.
Auch wenn Harry jetzt Captain der U.S.S. Rhode Island ist, bleibt er trotzdem der ewige etwas naive Fähnrich. Und das wird auch mit fast jedem Satz zelebriert. Armer Harry.
Dass die Klingonen Janeways Shuttle angreifen, wäre wirklich nicht nötig gewesen, aber sie konnte ja nicht einfach die ganze Technik dafür bekommen und Problemlos einen Zeitreisetrip machen.
Übrigens, warum besitzen Klingonen so ein mächtiges Stück Technik? Na egal, ab in die Vergangenheit.

Hier wird man sofort wieder in die Serie zurückversetzt. Ich weiss nicht wieviel tausend Monde es her ist, seitdem ich Endspiel im TV gesehen habe. Beim Lesen erinnerte ich mich dann immer wieder an einzelne Szenen, was richtig gutgetan hat.
Die Story um Paris und Torres fand ich einfach zuckersüss. Wie Paris sich verhält als die Scheinwehen bei Torres eintreten. Ich glaube ich wäre mit der Situation genauso überfordert wie er. Oder beim finalen Flug, als Torres ihn ans "Ruder" schicken muss damit er sie nachhause bringt. Echt schön.
Als Paris sagt "Warum gab es an Board von Raumschiffen keinen Steuerknüppel?" hat er wohl vergessen, was die Untertassensektion der Enterprise-D alles zu bieten hatte. Force Feedback Joystick vom feinsten :)
Harry kommt wieder nicht sehr gut weg. Der ewig naive Fähnrich möchte doch sooo gerne nachhause und niemand steht ihm zur Seite.
Etwas Unglaubwürdig fand ich die Szene als Janeway ihr älteres ich trifft. Wie gefasst sie war und wie rasch es zur Selbstverständlichkeit wurde. Ich glaube ich würde durchdrehen, wenn ich mir selbst gegenüberstehen würde.
Die ältere Janeway hat zwar massive Technik, brilliert aber nicht wirklich. Sie wurde zu einer klassischen alten mürrischen Frau. Sie musste erst wieder von ihrem jüngeren Ich lernen was es heisst Verantwortung für andere zu übernehmen.

Als der Entschluss gefasst ist, dass sie nachhause gehen und den Borg gleichzeitig einen massiven Schlag versetzen wollen, ging es mir fast schon zu schnell. Schreie von Milliarden verwirrter Borg sind da noch das einzige was mir hängengeblieben ist.
Innerhalb von 15 Seiten war dann alles vorbei. Der Kampf, die Geburt, das nachhause kommen, der langweilige Empfang von der Sternenflotte, die Freude der Voyager-Crew, Ende. Was? Was ist das denn für ein Ende? Das ist ja fast noch schlimmer als bei Enterprise.
Was hat sich der Schreiberling nur dabei gedacht? Schrecklich sowas. Hätten sie lieber von der ersten Hälfte 50 Seiten gestrichen und dafür das Ende besser ausgekostet. Es wäre das perfekte, grandioseste Ende, aber neee, man zieht einfach den Stecker.

Was mir jetzt erst klar wird, Janeway verstösst mit dem Zeitreise-Trip ja gegen alle Gesetze und schafft somit ein alternatives Universum. Der Abschluss von Endspiel und alles was danach kommt (auch die TNG-Kinofilme) spielen demnach in einem alternativen Universum. Vom originalen Universum spricht hier niemand mehr. Das begreife ich erst jetzt langsam. Janeway hatte Probleme mit der echten Zukunft, da die Rückkehr nicht toll verlief, einige gestorben und andere krank oder unglücklich sind. Aber was ist mit dem ganzen Rest? Vielleicht verlief die echte Zeitlinie für viele andere besser, als es in der jetzigen alternativen Zeitlinie der Fall wird.
Hat das damals niemanden gestört? Bei J.J.Abrams alternativem Universum jammern alle rum, dabei sind wir schon lange in einem alternativen Universum :D

Was soll ich noch Schreiben? Es wäre viel mehr drin gewesen, dann hätten es aber mindestens 100 Seiten mehr sein sollen.
Bis auf die mühselige erste Hälfte, das Zeitreise-Fiasko und den komplett verkorksten Abschluss, war Endspiel genauso, wie ich die Folge in Erinnerung hatte. Eine kleine Gute Laune Geschichte.

Endspiel vergebe ich deshalb Warp 7


Heimkehr und Ferne Ufer. Ich fasse hier beide Romane als einen zusammen.
Erst mal, gefällt mir die Widmung sehr gut. Schön, dass alle Schauspieler hier erwähnt wurden.

Und schon geht die Geschichte weiter, mit einem Schock!
Schrecklich was eine kleine Familie erdulden muss wenn ein jähzorniger Mann das sagen hat und grundlos Frau und das eigene Kind verprügelt und misshandelt. Nein, sowas möchte ich nicht Lesen.

Kapitel1
Die Geschichte geht direkt dort weiter, wo Endspiel aufhörte, direkt nach der Geburt der "runzligen Hässlichkeit". Ich kann nicht mehr, hab Tränen in den Augen :)
Dann kam schon bald das grosse wiedersehen aller Beteiligter und ihrer Familien. Sehr schön wie da einzelne Charaktere herausgepickt wurden. Auch das wiedersehen zwischen Tom und seinem Vater Admiral Owen Paris verlief wundervoll. Es benötigte sieben lange Jahre um mit der Vergangenheit abzuschliessen. Jetzt können Vater und Sohn aufeinander zu gehen und sich sogar umarmen.
Tuvoks Heilung, die durch seinen Sohn Sek durchgeführt wird, finde ich genau so emotional wie bei der Familie Paris.
Doktor Wie fühlen sie sich? Tuvok Ich denke, ich bin geheilt. Er fühlt nicht, er denkt. Er ist definitiv geheilt.
Janeway’s Abschlussrede und der offizielle Schlussstrich der sieben Jährigen Reise. Die Rede war klein aber bewegend. Ganz besonders bewegend fand ich, dass sich jedes Mitglied persönlich von ihrem Captain bedanken und verabschieden wollte.
Das wiedersehen der Familien im grossen Saal, berührte mich. So viele Emotionen die Harry da beobachten konnte. Und dann war da Libby… ;) gleich danach die Beförderung und des Captains «Degradierung» zum Admiral. Gibt es eigentlich irgendeiner, der sich freut Admiral zu sein?

Aus meiner Sicht, geht erst jetzt die eigentliche Geschichte weiter.
Die einzelnen Charaktere versuchen aufzuarbeiten was sie verloren haben um ihren neuen Platz in der Gesellschaft zu finden.
Viele haben Mühe sich neu unterzuordnen oder werden mit Vorurteilen beschimpft, was wohl auch in unserer Welt passieren würde. Seven und Icheb trifft es besonders hart. Sie sind neu auf der Erde und dazu noch Borg. Die Wut und der Schmerz Sitzen tief. Selbst Jean-Luc Picard raubt das den Schlaf.
Dass Seven und Icheb dann schon fast um ihr Leben ringen müssen, ist aber schon etwas übertrieben. Angst muss nicht immer gleich bedeuten, dass man dem anderen Schaden möchte. Hier wollte die Autorin einfach etwas zu viel. Die Menschheit sollte theoretisch einen Schritt weiter sein als wir in unserer Zeit und sich dementsprechend benehmen oder sich zurückhalten.
Dass jetzt unbedingt schon wieder ein Borg Thema herhalten musste, war ja irgendwie klar. Borg und Voyager gehören wohl einfach irgendwie zusammen, aber ich hoffe das bleibt nicht so, sonst hätten sie gleich im Delta Quadranten bleiben können und auf ihrer «Insel»-Voyager ein schönes Leben führen.

Die Nebenhandlung mit unserem Doc, fand ich fast die spannendste Geschichte der beiden Romane. Wir sind wieder da wo wir mit Data schon mal waren. Die Menschheit muss lernen Hologramme als Individuen zu akzeptieren, was nicht einfach ist und wieder zu einigen extreme führt. Allgemein wirkt die Menschheit sehr konservativ. Dies ist aber auch die allgemeine Stimmung der neuen Reihen und passt somit zu den anderen «neuen « Geschichten.

B’Elanna Torres Suche nach ihrer Mutter gefiel mir auch richtig gut. Es ist eine Reise in ihr klingonisches innerstes, was sie erst mal akzeptieren muss.

Dass schlussendlich die fast ausgeschlachtete Voyager ein neues Kommando erhält, wundert mich dann aber schon etwas, trotzdem ist es natürlich schön bekommt Chakotay endlich sein eigenes kleines Schiff. Die Reise geht weiter.

Heimkehr fand ich einen gelungenen Abschluss der Serie und Einleitung in eine neue Voyager-Ära. Ich hätte gerne noch mehr von dem Wiedersehen der Charaktere und ihren Familien gelesen, aber es muss ja voran gehen.
Heimkehr ist mir Warp 8 wert.

Ferne Ufer war dann rasant und ging direkt zur Sache. Leider hatte ich aber das Gefühl das 220Seiten zu wenig waren und so vieles nur oberflächlich angekratzt wurde, deshalb gebe ich Ferne Ufer Warp 6.

Zusammengefasst, sind wir hier auch wieder bei Warp 7 :)


Da ich ja schon weiss wie es weiter geht und mir die Richtung gefällt, werde ich mir auch weiterhin die neuen Voyager Romane kaufen und Lesen. Christie Golden und Kirsten Beyer haben einen Stil der mir sehr angetan ist und ich finde, sie schaffen es die Charaktere Weiterzuentwickeln auch wenn sie im Kern "die alten" bleiben.

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Re: Unser achter Roman(e): Die ultimative Voyager-Saga

Beitrag von Frank » Fr 10. Jun 2016, 15:49

@kevin - Es wurde doch gar keine neue Zeitlinie geschaffen.
Die bestehende Zeitlinie bleibt einfach erhalten, nur die von Admiral Janeway hat niemals existiert.

Und natürlich will niemand Admiral werden, da alle noch den Tipp von Kirk im Ohr haben. :rommie:


Ich habe Heimkehr und Ferne Ufer zwar in einem Rutsch gelesen,
die Rezi zu Heimkehr habe ich aber schon gleich direkt danach geschrieben.

Endspiel

Zu diesem Roman kann ich eigentlich recht wenig sagen, da ich die Handlung natürlich schon kannte.
Die Doppelfolge wird 1 zu 1 wiedergegeben, wobei die Action-Szenen zum Glück etwas gekürzt wurden.
Admiral Janeway ist vielleicht noch eine Spur zynischer als in der Doppelfolge, was mir gut gefallen hat.

Bewertung: Warp 8
Heimkehr

Star Trek war natürlich schon immer auch ein Kind seiner Zeit.
Das kann und muss man akzeptieren; es muss einem aber nicht immer gefallen.


Die Crew der Voyager tut mir leid.
Erst verschlägt es sie 70.000 Lichtjahre in den Delta-Quadranten.
Dann kämpft sie sich sieben Jahre lang zurück (oftmals im wahrste Sinne des Wortes),
nur um dann in den USA kurz nach den Anschlägen von 9/11 zu landen.
Schon nach kurzer Zeit werden Seven, Icheb und der Doktor ohne Anklage in Guantanamo inhaftiert.
Auch wird den beiden Ex-Borg ein Alkoven zur Regeneration verweigert: Schlafentzug = Folter.
Zivilpersonen verschwinden spurlos. Angeblich haben sie sich mit der xakarianischen Grippe infiziert
und wurden unter Quarantäne gestellt, ebenso wie ihre Angehörigen.

Und es gibt eine erschreckende Parallele zum heutigen Europa bzw. Deutschland:
Kurz vor seiner Inhaftierung wurde Icheb von besorgten Bürgern zusammengeschlagen.
Die Täter waren Kameraden von der Akademie, Leute, die er für seine Freunde gehalten hat.
Also sozusagen Menschen aus der Nachbarschaft, denen man diese Gesinnung niemals zugetraut hätte.
Das Pack von nebenan.


Gibt es auch etwas Positives zu berichten?

Der Anfang hat mir gut gefallen. Viele schöne und emotionale persönliche Momente.
Auch wird direkt auf einige Folgen zurückgegriffen, zum Beispiel "Die Barke der Toten" oder "Die Veröffentlichung".
Das war es aber auch schon.

Die Story selbst ist ... naja, geht so.
Mit dem Streik der Hologramme, dem Borg-Virus (gähn) und dem Maulwurf im Geheimdienst der Sternenflotte
wirkt das Ganze auf mich ziemlich überfrachtet.
Obwohl alles scheinbar irgendwie zusammenhängt.

Die kurzen Einschübe um das misshandelte Mädchen wirken dagegen völlig deplatziert,
auch wenn man schnell ahnt, dass gerade dieses Mädchen dann wohl etwas mit der Lösung der Probleme
zu tun haben muss.

Das ist absolut nicht mehr mein Star Trek.
Paranoia und Hysterie habe ich im RL schon genug.

Bewertung: Warp 4
Ferne Ufer
Die kurzen Einschübe um das misshandelte Mädchen wirken dagegen völlig deplatziert, auch wenn man schnell ahnt, dass gerade dieses Mädchen dann wohl etwas mit der Lösung der Probleme zu tun haben muss.
Da lag ich wohl etwas daneben.
Dieses Mädchen hat nicht zur Lösung der Probleme beigetragen; sie war das Problem. :mrgreen:


Kaum zu glauben, dass "Ferne Ufer" nicht nur die Fortsetzung von "Heimkehr" ist,
sondern auch aus der Feder der gleichen Autorin stammt, so völlig anders ist der Roman.

War die Story im ersten Band noch in einem Klima von Paranoia und Angst angesiedelt,
kommt dieser zweite Band fast schon luftig leicht und locker daher.
Wenn ich es nicht besser wüsste würde ich auf Peter David als Autoren tippen,
so comichaft überzogen wirkt es zum großen Teil.
Wo sonst liest man schon von einer B'Elanna Torres, die völlig nackt und nur mit ein paar Steinen bewaffnet
gegen einen jungen grikshak (ungefähr vergleichbar mit einem ausgewachsenen Grizzley) kämpft.
Oder von einem MHN1, das gerade den Schädel von Direktorin Covington geöffnet hat und am frei liegenden Gehirn arbeitet,
und beide unterhalten sich über so belanglose Dinge wie selbst gebackene Schokoladenkekse.

Die Storybögen um den Maulwurf und den Aufstand der Hologramme werden relativ schnell aufgelöst.
Übrig bleibt die Story um den Borg-Virus, die aber ebenfalls schnell ihren Schrecken verliert.

Schade, aber irgendwie typisch, dass im zweiten Band selbst Data mehr Handlung abbekommt als der ewige Fähnrich Harry Kim,
auch wenn dieser im ersten Band in einer eher lieblosen Zeremonie tatsächlich (neben einigen anderen) befördert wurde.

Insgesamt entschädigt "Ferne Ufer" ein wenig für "Heimkehr".

Bewertung: Warp 6
Das war es von mir erst einmal, das eine oder andere ergibt sich bestimmt noch.

Gruß, Frank

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Re: Unser achter Roman(e): Die ultimative Voyager-Saga

Beitrag von Johnny » Sa 11. Jun 2016, 17:29

kevin hat geschrieben:Der voraussichtliche Besprechungstermin findet statt am 18./19. Juni 2016, somit haben wir alle genügend Zeit diese drei Romane zu Lesen und zu bewerten.
Eine Woche früher. Das hatten wir auch noch nicht, oder? :mrgreen:

Mit dem Meisten, was Du da schreibst, hast Du zwar nicht ganz unrecht, Kevin, aber da wir ja alle die finale Doppelfolge aus dem TV kennen, habe ich dies in meine Bewertung nicht einfliesen lassen und will dies jetzt auch nicht nachholen, weil ich es dem Roman gegenüber unfair finden würde, da dieser ja nichts für seine Vorlage bzw. das Drehbuch, an das er sich halten muss, kann.

Endspiel - Der Roman liest sich wunderbar flüssig und hat sowohl die Atmosphäre der Serie und vor allem dieser finalen Doppelfolge als auch die Charaktere ganz hervorragend eingefangen. Man erkennt alle und alles sofort wieder und fühlt sich wohl, um nicht zu sagen 'daheim'. Wenn das doch nur die Regel und nicht die Ausnahme wäre!

Wie bei jedem guten Buch, genieße ich es auch bei diesem ganz besonders in die Köpfe und Herzen der Figuren schauen zu dürfen, und das ist ganz besonders der Fall, wenn es sich um einen Roman zum Film oder wie hier zur Doppelfolge einer Fernsehserie handelt, denn das verleiht dem bereits Gesehenen mehr Intensität und Intimität. Das Problem ist nur, dass, wenn man in besagter Folge den Zuschauer kurz in die Irre führen konnte, weil er annehmen musste, dass Admiral Janeway tatsächlich die Crew der Voyager an die Borgqueen 'verrät', um ihr ursprüngliches Missionsziel doch noch zu erzwingen, dies hier nicht funktioniert. Und was macht man dann? Nun, in diesem Roman lässt man sie das vermeintlich Passende denken, um den Fernseheffekt nicht zu zerstören, was dann jedoch dem gelingenden tatsächlichen Plan widerspricht und somit einfach nicht passen will. Schade, aber das ist das einzig Negative in einem ansonsten wirklich sehr gelungenen Roman. Ich hatte zum Schluss tatsächlich feuchte Augen. - Warp 9,5

So, das war's leider auch schon mit meiner Begeisterung, mit dem Positiven, denn jetzt kommt der totale Absturz. Anfänglich war ich, durch Endspiel euphorisiert, noch ganz zuversichtlich und begeistert, das hielt jedoch leider nicht lange an und die ernüchternde Enttäuschung machte sich breit, aber lest selbst:

Heimkehr - Der erste Schreck in Erwartung/Befürchtung einer vor mir liegenden, emotionalen Achterbahnfahrt, nach der herzlichen Danksagung eines vermeintlich liebenswerten, weiblichen Trekkies, gefolgt von diesem Prolog, ist überwunden und ich bin bei Kapitel 3 angelangt. Auf der Habenseite ist die erfreuliche Tatsache, dass der Roman zeitlich nahtlos an Endspiel anschließt und sich genauso flüssig liest, wie selbiger. Etwas weniger erfreulich ist der Stilbruch, durch die Autorin und/oder Übersetzerin, der zwar glücklicherweise nicht ganz so gravierend ausfällt, aber einen dennoch deutlich spüren lässt, dass die Geschichte aus der Feder einer anderen stammt. Und dann wäre da noch eine Kleinigkeit: Der größte Kritikpunkt am Finale war für die meisten Trekkies, dass es zu abrupt geendet sei, ohne Willkommensfeier oder ähnliches, und nun geht die Story in Buchform weiter und es gilt gleich schon mal die bittere Pille zu schlucken, dass es dabei bleibt. Die Gründe hierfür sind zwar durchaus nachvollziehbar, dürften jedoch nicht nur der Crew der Voyager nicht schmecken. Mich hat dieser Umstand beim Finale seinerzeit nicht sonderlich gestört, auch wenn es mit natürlich schöner und runder gewesen wäre, aber verglichen mit dem Ende von Deep Space Nine, war das ja gerade zu super!

Ich bin jetzt in etwa bei der Hälfte des Roman's angelangt und kann mir schon gut vorstellen, dass die Ereignisse nach der Heimkehr der Voyager und ihrer Crew so abgelaufen sein könnten, aber deshalb müssen sie mir nicht gefallen, und das tun sie nicht. Wie die Autorin selbst mehrfach bemerkt, hätten sie alle einfach Besseres verdient, von der Feier bis zu den lächerlich wenigen Beförderungen. Da der Roman sehr feminin ist, gefällt mir der emotionale Aspekt fast durchweg sehr gut, inhaltlich jedoch sollte die Geschichte spätestens jetzt an Fahrt aufnehmen. Was mich allerdings mehr als Werbeblöcke im Privatfernsehen stört, sind die eingestreuten Fortsetzungen der "Die Hand und das Mädchen"-Horrorstory, bei denen ich mich frage, wohin sie führen und inwiefern das Ganze zu der Geschichte beitragen soll, denn, wenn die Menschheit solche furchtbaren Dinge zu diesem Zeitpunkt noch nicht überwunden hat, dann ist das definitiv nicht mehr mein Star Trek!

Noch zwei Kleinigkeiten am Rande:
1. Die Autorin ist ganz offensichtlich ein Katzenmensch und hat anscheinend nur wenig Ahnung von Hunden.
2. Das liegt zwar natürlich nur an der Übersetzung, aber seit wann duzen sich Deanna und Jean-Luc denn?

Nee, also nee, wirklich nicht! Ich bin jetzt durch, aber das gefällt mir nicht. Das ist nicht mehr mein Star Trek! Ich werde die ganze Story am Ende wohl als FanFiction abhaken, denn genauso fühlt sie sich ja auch an. Die Autorin scheint sich, unabhängig von meinen anderen Kritikpunkten, einfach zuviel vorgenommen zu haben. Ich sage nicht, dass es nicht funktioniert, aber es wirkt völlig überladen auf mich und manche Absätze scheinen nur zu existieren, damit dieser oder jener Charakter Erwähnung findet, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Davon abgesehen ist die Geschichte immer noch schön flüßig zu lesen und wäre auch durchaus interessant, wenn wir dieses Fehlverhalten Starfleet's und die Paranoia der Föderation nicht schon vor Jahren in Star Trek Deep Space Nine, in dem Handlungsbogen rund um die Wechselbälger, erlebt hätten. Dies allerdings in weitaus gemäßigterer Form als es hier der Fall ist - Starfleet Kadetten brügeln auf einen ihrer Kameraden und Freunde ein und hätten sogar dessen Tod in Kauf genommen, wenn Tuvok nicht gerade noch rechtzeitig dazwischen gegangen wäre, Leute werden nicht nur ohne Beweise verhaftet, sondern darüber hinaus dauerhaft festgehalten und sogar gefoltert! Ich bin die ganze Zeit davon ausgegangen, dass die Verantwortlichen und Autoren bei Pocket Books nicht wissen was sie da mit der Fortführung des 24. bzw. 25. Jahrhundert's tun, und bei einigen wird das auch sicherlich der Fall sein, aber Christie Golden weiß es ganz genau. Sie lässt den Doktor sogar sagen: "Langsam glaube ich, die Sternenflotte und die Föderation haben sich im Vergleich zu dem, was wir kannten, sehr verändert." Eine Unverschämtheit und Respektlosigkeit, die ihresgleichen suchen. Wäre dies hier irgendein Science-Fiction Roman, den wir besprechen und bewerten, dann könnte ich mit vielem leben, aber das ist er nicht. Und die Krönung des Ganzen ist der Störfaktor, der inzwischen zu einem gewaltigen Ärgernis ausgewachsen ist: Zu der Kindesmisshandlung kommt nun auch noch sexueller Missbrauch, der stattfindet während sie die Starfleet Academy besucht und vermutlich bis ins Kindesalter zurückreicht, durch einen Sternenflottenoffizier, der 'erfreulicherweise' später bei der Schlacht um Wolf 359 ums Leben kommt. Aber ich greife vor, denn das ist bereits der Anfang von Ferne Ufer. Um ganz ehrlich zu sein, würde ich am liebsten hier und jetzt abbrechen, wenn es sich nicht um eine Lesung unseres Buchclub's handeln würde. Ich zieh's, Euch zu Liebe, durch, aber das war definitiv das allerletzte Mal, dass ich mich auf eine der Romanfortsetzungsversionen von TNG, DS9 und VOY eingelassen habe!

In all meinem Ärger hätte ich jetzt fast noch etwas vergessen: Kam es mir nur so vor, als zu Beginn das Kaninchen mit der Taschenuhr unablässig umher rannte und "Keine Zeit! Keine Zeit!" rief, dass dies auch den gerade erst frisch heimgekehrten Starfleetangehörigen galt? Ich hatte den Eindruck, sie alle würden, ohne Verschnaufpause, sofort an neuen Einsatzorten benötigt und nicht, dass sie, bis auf Tuvok, erst einmal sich ihrem Privatleben hingeben können/dürfen. Es kam dann ja sowieso recht schnell alles ganz anders, aber wenn ich mir das nicht eingebildet habe, dann kommt mir der anfängliche Stress ziemlich unausgegoren, um nicht zu sagen unsinnig vor.

Ferne Ufer - Hier habe ich mir gar keine Notizen mehr gemacht, weil mich alles einfach nur noch angekotzt hat und ich fertig werden wollte. Also, erspare ich mir und Euch meine Hassrede. Es gab zwar durchaus auch noch ein paar nette und bezüglich des armen 'Mädchens' erhellende Momente, aber wer mich kennt, weiss, dass ich kein Klingonenfan bin und mich dieses Tierabgeschlachte abstösst. Sie tötet das Junge, dafür tötet dessen Mutter ihre. Wer braucht so einen Dreck? Ich nicht! Nein, ich hör' jetzt auf, sonst steigere ich mich doch wieder nur rein und das ist es nicht wert. Schade ums Geld und meine kostbare Lebenszeit! Eine Bewertung fällt meinerseits aus, da eine Warpkernexplosion die Geschwindigkeitsmessung in eine Richtung unmöglich macht. :evil:
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Re: Unser achter Roman(e): Die ultimative Voyager-Saga

Beitrag von Frank » So 12. Jun 2016, 11:43

Dass wir eine Woche zu früh sind ist mir dann hinterher auch aufgefallen. :roll: :mrgreen:
Aber es waren ja schon alle durch ...


Bei Endspiel liegen wir ja noch alle recht nah beieinander, aber dann scheiden sich die Geister.


Die Originalausgabe von Heimkehr ist 2003 erschienen und mMn ganz eindeutig unter dem Eindruck der Anschläge von 9/11 bzw. den politischen und gesellschaftlichen Folgen
der Anschläge entstanden.
Wie hieß das "Gesetz", das die Wolf 359-Witwe auf den Weg bringen wollte? Borg-Dekret oder so ähnlich.
Offiziell wurde es nicht verabschiedet, inoffiziell und praktisch aber natürlich doch angewendet.

@Johnny - Die von dir zitierte Aussage des Doktors ist mir auch gleich aufgefallen.
Später hatte ich dann kurz den Gedanken, dass die Autorin vielleicht vom Verlag gedrängt wurde, den Roman in diese Richtung zu schreiben.
Und die Aussage des Doktors war dann ihre kleine Entschuldigung an die Fans.

Das Motiv von Covington finde ich etwas sehr weit her geholt.
Und warum ihre beiden Helfer, deren Namen ich längst wieder vergessen habe, dabei sind erschließt sich mir absolut nicht.

@Johnny - Das Duzen gefällt mir absolut nicht. Das klingt immer so plump und falsch.

@kevin - Wie ich schon sagte - Ferne Ufer hat mich ein wenig versöhnt, und da der Stil von Christie Golden (der mich sehr an Peter David erinnert) gefällt,
werde ich die Voyager-Romane wohl auch weiter lesen.
Diese Aussage ist aber eher theoretischer Natur, da ich in nächster Zeit wohl eh nicht dazu kommen werde... :roll:


Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Die Heimkehr von Tuvok hat mir am besten gefallen.
Wer hätte gedacht, dass gerade der vermeintlich so kühle Tuvok sofort mit seiner Frau im Schlafgemach verschwindet. :rommie:
So ist das richtig!

Gruß, Frank

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Re: Unser achter Roman(e): Die ultimative Voyager-Saga

Beitrag von Johnny » So 12. Jun 2016, 21:51

Klar, es gab keinen Grund zu warten. 8-)

Ein guter Roman ist nun einmal ein guter Roman! :bolian1:

Diese Theorie kann durchaus zutreffen.

Möglich, aber selbst wenn, macht das auch keinen großen Unterschied für mich.

Gott sei Dank ist bei mir auch vieles nicht hängen geblieben. Verdrängen und Vergessen kümmern sich nach der Buchbesprechung um den Rest. Dann ist der Spuk endlich vorbei.

Es muss halt einfach passen, wie bei Deanna und Will zum Beispiel. Andersherum finde ich es affig, dass sich Tom und Harry bis zum Schluss gesiezt haben.

Ich nicht, ich bin raus, endgültig!

Ja, Tuvok's Wiedervereinigung mit seiner Frau ist einer dieser netten Momente. ;)
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Re: Unser achter Roman(e): Die ultimative Voyager-Saga

Beitrag von kevin » Mo 13. Jun 2016, 11:18

Ja, ich dachte da wir alle fertig sind, warum noch länger warten? Bringen wir es hinter uns, damit @Johnny das Thema abhaken kann ;)

Ganz ehrlich, ich find's schön, dass wir hier mal nicht überall einer Meinung sind wie sonst immer. OK, wir alle wussten, dass es diesmal wohl so kommen wird, trotzdem geniesse ich das mal so richtig :)

Ich denke ich verstehe euer Problem. Wie ja in praktisch jedem "neuen" Roman mindestens einmal erwähnt wird, hat sich die Föderation und die Sternenflotte extrem zum negativen gewandelt. Aber war das nicht auch schon früher so und man hat es einfach nicht so mitbekommen?
Ich mag mich erinnern, dass es in jeder der Serien Momente gab wo besonders die Sternenflotte schlecht daherkommt und sehr unsympathisch wirkt, da meistens die falschen Leute an der Macht waren. Nur dort waren wir auf einem Raumschiff, das meistens weit weg von diesem negativen Einfluss war, und wir das ganze damals nur am Rande mitbekommen haben.
Die aktuellen Romane konzentrieren sich allgemein sehr auf die Führungsriege der Sternenflotte und der Föderation und da bekommen wir Leser wirklich alles mit.
Ich verstehe euren Unmut was die aktuelle Richtung der Romane angeht. Es würde mir wohl auch so gehen, wäre ich nicht schon länger dabei. Ich habe mich wohl daran gewöhnt.
Auch die Tatsache, dass durch die Serienromane und der Crossover sich da eine klare Linie durchzieht, sehe ich dies einfach als Teil des grossen Ganzen. Was diesen Richtungswechsel der Sternenflotte angeht, verfolge ich die Romane weiterhin mit Spannung. Es wird der Tag kommen wo dieser Teil der Geschichte abgeschlossen ist und es auch wieder anders weitergeht. Ich könnte mir vorstellen, dass es bald soweit ist. Ich denke, spätestens nach der Zerstörung von Romulus wird sich in der Romanwelt massiv was verändern.

Ich weiss, es war nicht einfach für euch gleich zwei der neuen Romane zu Lesen. Dafür danke ich euch dass ihr beide durchgehalten habt :bolian1:
Frank hat geschrieben:@kevin - Es wurde doch gar keine neue Zeitlinie geschaffen.
Die bestehende Zeitlinie bleibt einfach erhalten, nur die von Admiral Janeway hat niemals existiert.
Echt jetzt?
Ich habe das so verstanden, dass die Zeitlinie mit Admiral Janeway die originale ist und sie durch das zurückreisen in der Zeit eine alternative Zeitlinie geschaffen hat.

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