Unser vierter Roman - ST Classic: Das große Raumschiffrennen

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Re: Unser vierter Roman - Classic: Das große Raumschiffrenne

Beitrag von Johnny » Sa 17. Jan 2015, 15:28

kevin hat geschrieben:...aber ich kaufte das denen von Anfang an nicht ab dass sie so eine gutmütige Rasse sind. Alleine schon dass sie all ihre Prinzipien, ihre Kultur, ja selbst ihre Sprache einfach so über Bord werfen nur um "dazu zu gehören" glaubte ich denen nie. Das passt nicht zu einer Rasse die selbst schon so weit ist dass sie Raumfahrt betreibt.

Wieso? Das sind sie doch! Das Alles entsprach innerhalb der Geschichte am Ende der Wahrheit. Versteh' ich jetzt.

kevin hat geschrieben:Die Romulaner waren auch, naja eher Klingonen. Ich weiss nicht ob das Absicht war oder ob die Autorin zu wenig von den beiden Rassen wusste, zumindest so wie sich die Romulaner zeigten, waren es für mich keine Romulaner.
Wie gesagt, in der TOS-Ära waren sich die Romulaner und Klingonen noch sehr viel ähnlicher als in den Filmen und vor allem ab der TNG-Ära. Somit war das selbstverständlich Absicht.
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Re: Unser vierter Roman - ST Classic: Das große Raumschiffre

Beitrag von kevin » Sa 17. Jan 2015, 18:13

Ich meine das jetzt nicht auf die Geschichte des Romans Bezogen sondern allgemein als neu entdeckte Rasse. Ich kann mir einfach nicht vorstellen dass die gesamte Rasse sich praktisch selbst verleugnet nur um dazu zu gehören.

Ich kenne die Romulaner erst seit TNG, ich glaube ich habe noch keine TOS folge mit denen gesehen und, naja, ich vergleiche sie halt mit "Enterprise" und auch der Enterprise Romanreihe. Die spielt ja noch vor TOS und da sind die Romulaner schon so wie ich sie aus TNG kenne.

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Re: Unser vierter Roman - ST Classic: Das große Raumschiffre

Beitrag von Frank » Sa 17. Jan 2015, 19:50

Hier erst mal meine Rezi zum Roman.


Am Anfang war ich ja etwas skeptisch.
Ein Raumschiffrennen würde doch viel besser zu TAS passen,
dazu noch Harry Mudd und ein paar andere schräge Vögel ... fertig.

Doch die Sorge war unbegründet, die Geschichte funktioniert.
Sie ist unterhaltsam und spannend, und das Rennen ist die perfekte Tarnung für Valdus.

Ein paar Kleinigkeiten stören mich aber doch.
Die Charaktere sind teilweise schlecht getroffen.
Seit wann schlägt Kirk eine Frau?
Spock hat ständig (fast) ein Lächeln auf dem Gesicht, später grinst er tatsächlich schräg.
Pille ist mehr ein Paragraphen zitierender Ermittler als ein Arzt,
und Sulu quatscht auf der Brücke ständig ungefragt dazwischen.
Gut, einiges mag auf den Einfluss der Rey zurückzuführen sein, aber nicht alles.

Und dass jemand nicht einfach nur von der Erde stammt, sondern aus "abc" in "xyz" ist ja absolut in Ordnung.
Aber ein amerikanisches oder kanadisches Schiff empfinde ich als sehr merkwürdig in Star Trek.
Oder diese Südstaaten-Besatzung.
Und wo waren dann die Europäer, Asiaten und Afrikaner?

Auch den Schluss fand ich etwas unbefriedigend.
Wie kommt Tom so plötzlich auf die "Ransom Castle"? Wo hat er die Flasche her?
Ein Showdown nur zwischen Kirk und Valdus hätte ich als passender und würdiger empfunden.

Sind zwar nur Kleinigkeiten, aber ein wenig trüben sie doch den ansonsten guten Eindruck.
Insgesamt betrachtet bekommt der Roman eine 3- von mir.


Gruß, Frank

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Re: Unser vierter Roman - Classic: Das große Raumschiffrenne

Beitrag von Frank » Sa 17. Jan 2015, 20:25

kevin hat geschrieben: Und dann noch einer dieser Sätze von denen es viele gibt "Morsen sie McCoy an". Morsen? Im ernst jetzt? :rommie:
Dabei hatte ich einen alten Gold Key-Comic vor Augen (in deutsch bei Koralle oder Condor erschienen),
da gab es auf der Brücke der Enterprise tatsächlich einen Funker! :rommie:

Dieses teilweise Altertümliche und Altmodische mag ich in Star Trek überhaupt nicht.

Einige Begriffe aus der Seefahrt sind natürlich alterlos, Steuerbord, Backbord, Deck usw.
Aber morsen?
Das hat Kirk niemals vor diesem Roman und niemals nach diesem Roman gesagt.


Wer ist eigentlich der Romulaner auf dem Cover?
Valdus ist es nicht, der trägt einen Bart.

Und wieso hat Romar rotes Blut?

@ Johnny - sonnenbadende Robbe, das muss ich wohl irgendwie überlesen haben. Wer sagt das denn zu Nancy?


Insgesamt sind wir uns bei der Beurteilung des Romans aber mal wieder erschreckend (überwiegend) einig. ;)

Und auch ich gebe es gerne zu; ohne unseren Buchclub hätte ich den Roman aufgrund des Titels und der Inhaltsangabe wohl eher nicht gelesen.

Gruß, Frank

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Re: Unser vierter Roman - Classic: Das große Raumschiffrenne

Beitrag von kevin » Sa 17. Jan 2015, 22:14

Frank hat geschrieben:Und wieso hat Romar rotes Blut?
Ja das habe ich mich auch gefragt. Ich glaube immer noch dass die Autorin nicht wirklich viel über das Star Trek Universum wusste.
Solche Dinge passieren heute zum Glück nicht mehr.

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Re: Unser vierter Roman - ST Classic: Das große Raumschiffre

Beitrag von Johnny » So 18. Jan 2015, 13:58

Ich konnte im Internet nichts weiter über die Rey finden, also müssen wir wohl davon ausgehen, dass sie nur im Roman, vermutlich sogar ausschliesslich in diesem einen, existieren. Folglich müssen wir sie als die Erfindung von Diane Carey so akzeptieren, wie sie von ihr erdacht wurden, wie glaubwürdig das auch sein mag.

Was soll ich dazu sagen, Kevin? Der Roman spielt in der TOS-Ära, und in den späten 60ern war halt vieles anders, vor allem Budget bedingt. Da gab es z.B. noch keine Schildkrötenpanzerschädel bei den Klingonen, deshalb haben sie in Enterprise die Seuche erfunden, um das Ganze wenigstens ein bisschen anzugleichen. Wenn man einen Roman in einer bestimmten Ära schreibt, dann muss das nunmal stimmig sein, so unstimmig es insgesamt dann letztlich auch sein mag. Mir sind die TNG-Romulaner auch unendlich lieber, aber in TOS existierten sie so einfach noch nicht. Ich bin schon sehr gespannt, was Du zu sagen hast, wenn Du denn dann endlich mal ein paar Folgen von Raumschiff Enterprise gesehen hast. Ob das für Dich funktioniert? :roll: 8-) ;)

Mir sind diese Kleinigkeiten auch nicht entgangen, Frank, aber im Gegensatz zu Dir, haben sie mich, abgesehen von der Ohrfeige, natürlich, nicht wirkich gestört bzw. hat mir der emotionale Einfluss der Rey als Erklärung für diese Unstimmigkeiten gereicht.

Das mit Canada und den Südstaaten ist mir auch aufgefallen, fand es aber nicht verkehrt, denn ich konnte mir nie vorstellen, dass die Erdbevölkerung inzwischen so sehr geeint sein soll, dass es keine kulturellen, nationale und regionale Unterschiede mehr geben soll, was u.a. in der wunderschönen Episode, als Picard seinen Bruder auf dem Weingut seiner Familie besucht, ja auch sehr schön gezeigt wurde. Insgesamt haben wir nie sehr viel von der Erde gesehen und der Schwerpunkt lag dort fast immer nur auf der Sternenflotte und nie wirklich auf Privatpersonen. Von daher finde ich es sehr erfreulich auch mal private und zivile Schiffe zu "sehen". Dass das so einseitig ausgefallen ist, ist natürlich bedauerlich, aber es war wenigstens schon mal was.

Der Schluss kam einfach zu abrupt. Am Anfang hat sie sich soviel Zeit gelassen, dass es beinah' schon langweilig wurde, dann zog das Tempo an und zum Ende war dann alles total übereilt. Wie schon gesagt, ich frage mich, woran das gelegen hat, denn dieses Phänomen kommt immer wieder vor.

Was Tom auf der Ransom Castle betrifft, so wurde ein unautorisierter Beamvorgang erwähnt und dass er an Bord eine Whiskeyflasche findet, erscheint mir bei dieser Besatzung auch nicht allzu verwunderlich. ;)

Ach ja, richtig, ich habe ja noch gar keine Note vergeben. Von mir gibt's 'ne gesunde, runde 3. :bolian1:

Ich vermute ja den Übersetzer hinter diesen doch eher etwas unglücklichen und unzeitgemäßen Bezeichnungen. Das Morsen ist mir wohl entgangen. Allerdings ist das eBook eine überarbeitete Version. Es könnte also durchaus sein, dass es gar nicht mehr vorgekommt. Vom Timing her sehr schön passend, finde ich, dass Scotty in Star Trek V Morsezeichen gibt - "usderbahn" :lol: -, bevor er Kirk, Spock und Pille aus ihrer Zelle freisprengt! :mrgreen:

Auf dem eBookcover befindet sich niemand. Ah okay, hab's gesehen! Hm, scheint mir ziemlich aus den Fingern gesogen, denn der Minipli-Christopher LLoyd unter den Romulaner oder Vulkaniern trägt eine Starfleetuniform. Hoffentlich soll das nicht Spock sein! :shock: :rommie:

Ich weiss nicht mehr, ob sie von der Autorin direkt als solche optisch beschrieben wurde oder, ob sie einen Gedanken eines Charakter's mit uns geteilt hat, zu ihr persönlich gesagt wurde es nicht.

In Star Trek VI hatten die Klingonen plötzlich pinkes, extrem dickflüssiges Blut. So etwas darf man einfach nicht zu eng sehen, auch wenn es ebenso unnötig, wie überflüssig ist. Ich weiss nicht mehr, ob die Romulaner in TOS noch rotes Blut hatten, es kann sich aber auch einfach nur um einen Fehler der Autorin handeln oder eine Eigenmächtigkeit des Übersetzer's sein. So viele Möglichkeiten. :twisted:

Also, mir gefällt diese immer wiederkehrende Einigkeit unter uns sehr gut. Ich empfinde das erfreulich harmonisch! :D

Ich würde vorschlagen, dass Frank nun an der Reihe ist unseren nächsten Roman vorzuschlagen - vielleicht zwei oder drei Titel zur Auswahl und wir stimmen dann ab. :)

Das glaub' ich eher weniger, Kevin! ;) Diane Carey
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Re: Unser vierter Roman - ST Classic: Das große Raumschiffre

Beitrag von kevin » So 18. Jan 2015, 22:38

Johnny hat geschrieben:Das glaub' ich eher weniger, Kevin! ;) Diane Carey
:cardie: Na da hast du auch wieder recht :rommie:

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Re: Unser vierter Roman - ST Classic: Das große Raumschiffre

Beitrag von Frank » Mo 19. Jan 2015, 18:05

Johnny hat geschrieben:
Was Tom auf der Ransom Castle betrifft, so wurde ein unautorisierter Beamvorgang erwähnt und dass er an Bord eine Whiskeyflasche findet, erscheint mir bei dieser Besatzung auch nicht allzu verwunderlich. ;)
Ich weiß, aber dazu hätte er mindestens einen Techniker niederschlagen oder betäuben müssen,
und er hätte den Transporter alleine bedienen müssen.
Beides hätte ich ihm absolut nicht zugetraut.

Gruß, Frank

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Re: Unser vierter Roman - ST Classic: Das große Raumschiffre

Beitrag von Johnny » Mo 19. Jan 2015, 18:46

Ich habe vor etlichen Jahren mal ein Fantasy/SciFi-Filmchen gesehen, da war eine Gruppe von Leuten in einer Art Kanalisation auf der Flucht. Sie waren auf jeden Fall in einem unterirdischen Tunnel. Da sass/stand plötzlich ein pilzähnliches, ca. einen Meter grosses Alien und gab ganz posierliche Laute von sich. Als einer von ihnen dann näher an den Pilz herantrat, klappte dessen "Hut", wie ein Deckel auf und entblöste ein relativ grosses Maul mit Fangzähnen, das nach ihm zu schnappen began. Eine ähnliche Szene gab's dann in den Neunzigern noch einma in Galaxy Quest mit den kleinen, blauen Aliens.
Die Moral von der Geschicht': Die Dinge sind nicht immer so, wie sie uns erscheinen. Und dass die Rey ordentlich was auf dem Kasten haben müssen, war mir zu dem Zeitpunkt längst klar.
Hm, also, dass der Transporterraum bei diesem Chaos, noch dazu an Bord einer Enterprise in schräglage nicht besetzt war, erscheint mir durchaus plausibel. Die hatten in diesem Moment wohl ganz einfach andere Sorgen.
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Re: Unser vierter Roman - ST Classic: Das große Raumschiffre

Beitrag von Frank » Di 20. Jan 2015, 04:00

Interessanter Pilz. :mrgreen:

Ich meinte aber natürlich nicht die Rey im Allgemeinen, sondern Tom im Speziellen.
Aber es ist wohl so wie du sagst, stille Wasser sind tief.
Und stille Wasser im Holzfäller-Look sind noch tiefer.

Allerdings hoffe ich doch sehr, dass der Transporterraum besetzt war, gerade in dieser Situation.

Gruß, Frank

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