Geburtsstunde?

Hier kommt alles andere rein was mit Star Trek zutun hat.
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Re: Geburtsstunde?

Beitrag von Johnny » Mi 27. Jan 2016, 17:34

DS9 war da schon mutiger, immerhin hatten die den, wenn ich mich nicht irre, allerersten Lesbenkuss im TV.

Apropos Homosexualität, auch hier war ich total geschockt und enttäuscht darüber wieviel Intoleranz und Kleingeistigkeit mir über die Jahre begegnet ist, obwohl sie, vollkommen zu recht, am lautesten nach Toleranz und Akzeptanz verlangen.
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Re: Geburtsstunde?

Beitrag von Mr.Picard » Mi 27. Jan 2016, 17:56

Die Gay Community ist einer intolerantesten, die ich jemals erlebt habe. Wenn du nicht gerade ein 22jähriger haarloser Muskelprotz bist, bist du niemand (ich bin dort erfahrungsgemäß total fehl am Platz, ich gehe erst gar nicht hin). Ich kann das leider nicht bestreiten, aber man muss ja nicht in der Community sein, um völlig zurecht nach Gleichberechtigung zu rufen.

Ich könnte endlos Aufsätze über Trek und die Nicht-Behandlung des Themas Homosexualität schreiben (ich beschränke mich momentan eher darauf, Pansexual Picard zu ergründen in meinen Reviews, da hab ich mehr Spaß dran, ehrlich gesagt, alles andere frustriert dann doch zu sehr). Generell scheinen wir in Trek nicht zu existieren, was einer der Punkte ist, an denen ich sagen muss, dass Trek nicht so progressiv ist, wie es sich gerne darstellt. DS9 und der Kuss, ja toll, aber das ging auch nur, weil zwei Frauen "akzeptabler" sind (was aber auch nur deswegen ist, weil sie als Vorlage für Hetero-Männer-Phantasien dienen). Mit zwei Männern hätten sie diesen Kuss niemals gefilmt. Trek ist, am Ende, gemacht von Hetero-Männern für Hetero-Männer. Das merkt man immer wieder.

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Re: Geburtsstunde?

Beitrag von Johnny » Mi 27. Jan 2016, 18:31

Ich habe keine Erfahrung in der Community sondern nur unmittelbare, direkt, von Mensch zu Mensch. Und wenn Du den schwulen Jungs schon Intoleranz bescheinigst, dann wird Dir bei den Lesben gleich ganz schlecht. :shock: :?

Was die Nichtexistenz betrifft, wenn man kein junger Halbgott ist, kann ich allerdings nicht bestätigen. Mich mögen sie generell und zögern auch nicht mich das wissen zu lassen - der reinste Balsam für Seele und Ego! 8-) Sie bescheinigen mir zwar alle, dass man mir, trotz aller Feminität die "Hete" anmerkt, aber das hält sie trotzdem nicht davon ab mir Komplimente zu machen. :D

Geh' nicht ganz so hart mit ihnen ins Gericht. Du hast ja recht, aber ein bisschen was ist mehr als nix und beide Küsse haben in ihren Jahrzehnten schon zumindest für etwas Wirbel gesorgt, wenigstens dort, wo sie nicht herausgeschnitten wurden. ;)
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Re: Geburtsstunde?

Beitrag von Mr.Picard » Do 28. Jan 2016, 04:21

Ich kenne die LGBT Community auch als Ganzes, und ja, jede Ecke hat ihre intoleranten Probleme. Da wird oft nicht miteinander sondern gegeneinander gehandelt. Liegt aber sehr oft auch "einfach" daran dass so viele Leute extrem traumatisiert sind. Da wird sehr schnell sehr heftig reagiert.

Ich gestehe Trek da schon etwas Mut zu, den Kuss zu filmen, es ist auch gut gemacht, die Folge, da hab ich nicht viele Beanstandungen, aber es ist halt nicht genug für Star Trek, das sich doch immer damit rühmt, dass in der Zukunft jeder so akzeptiert wird wie er ist und dass es Vielfalt gibt usw. Für das leben die Charaktere in einer viel zu heteronormativen Welt. Kein Wunder, dass das Trek-Fandom das Slash-Genre erfunden hat. Das MUSS man ja förmlich in eigenen Geschichten korrigieren.

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Re: Geburtsstunde?

Beitrag von Johnny » Do 28. Jan 2016, 10:54

Es gibt für fast alles einen Grund, aber das rechtfertigt und entschuldigt das Wenigste.

Es zeigt eine erstrebenswerte Zukunft, die Hoffnung gibt, aber es ist für das Publikum der Gegenwart gemacht und muss Geld einbringen. Das bringt nun mal leider Grenzen mit sich. :|
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Re: Geburtsstunde?

Beitrag von Mr.Picard » Do 28. Jan 2016, 11:19

Es ist nicht nur "Rücksicht auf das zarte Hetero-Publikum", und "The Network won't like ist" - das lag auch sehr daran, dass da jemand in der Trek-Chefetage SEHR penibel kontrollierte und dafür sorgte, dass alles im fein heteronormativen Rahmen blieb. Die Ausrede "it will offend the audience" war da immer sehr bequem. Hinter der konnte man sich sehr gut verstecken. Wie du schon sagst... es gibt sicherlich viele Gründe, aber eine Entschuldigung für derartiges Versagen in dieser Hinsicht ist das nicht. ;) Das Ganze zieht sich bis heute - genau deswegen haben wir ja ein großes Problem mit Homophobie im Fandom - weil Trek für diese Leute eine Anlaufstelle ist, weil "it never throws the gay agenda at me". Ist nicht nur die fehlende Repräsentation für Leute wie mich, das hat auch direkte Auswirkungen aufs Fan-Sein.

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Re: Geburtsstunde?

Beitrag von Johnny » Do 28. Jan 2016, 14:21

Alles richtig, aber man muss das insofern relativieren, als dass die Masse diese Thematik einfach nicht interessiert und sie keinen Grund sieht, sich damit auseinander zu setzen. Ich will das jetzt nicht im negativen Sinne vergleichen, aber so lange man nicht gehbehindert ist, macht man sich auch keine Gedanken über barrierefreie Zugänge. Viele Dinge rücken nun mal erst dann in den eigenen Fokus, wenn man selbst direkt oder indirekt betroffen ist. Der Otto-Normal-Zuschauer und auch das Gro der Trekkies wird deshalb nichts derartiges fordern oder unterstützen, denn es hat für sie maximal den selben Stellenwert wie der Tierschutzbund.

Aber wie gesagt, lieber langsam und ein bisschen was, als gar nichts! Und wer weiss, was die neue Star Trek Serie mit sich bringen wird. ;)
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Re: Geburtsstunde?

Beitrag von Mr.Picard » Do 28. Jan 2016, 17:27

Es war noch nie Star Treks Aufgabe, das zu tun, was "die [in diesem Fall heterosexuelle] Masse" interessiert. Es war schon immer dafür da, Misstände anzuprangern und dies eben in Weltraumstories zu verpacken. Sie haben es ja bei TNG mal halbherzig versucht in "The Outcast". (Auch wenn sie gnadenlos gegen die Wand knattern, sie haben es probiert, allerdings auf so halbherzige Weise dass man das nicht ernst nehmen kann.) Die Thematik hätte also durchaus Platz finden können - und müssen, genau wie viele andere "Minderheiten"-Thematiken dies auch taten. "Die Masse" interessierte sich sicherlich auch nicht für, wie du angeführt hast, "Behinderte", und trotzdem hatten wir Folgen wie "The Loss" und sahen, was passiert, wenn Troi plötzlich ihre Empathie verliert und damit klarkommen muss. Genau für solche Dinge ist Star Trek da. Und nicht dafür, Stories für Ottonormalheteronichtbehindertweissundmännlichverbraucher zu machen, den "das alles ja nichts angeht und auch nicht interessiert".

Ich hab wenig Hoffnung für die neue Serie, was das alles angeht. Ich glaube nicht, dass die überhaupt so sein wird, wie das Star Trek, das wir mal hatten. Aber da ich Star Trek in seiner momentanen Form den Rücken gekehrt habe, wird es für mich wohl wenig von Belang sein. (Die könnten die gesamte Crew LGBT machen und ich würde erstmal abwinken. Der Star Trek Zug ist einfach mittlerweile abgefahren für mich irgendwie, in mehr als nur einer Hinsicht.)

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Re: Geburtsstunde?

Beitrag von Johnny » Fr 29. Jan 2016, 11:46

Ich kann nur wiederholen, dass ich Dir vollkommen zustimme, nur leider sind die Dinge selten so, wie sie sein sollten, vor allem dann, wenn es ums Geld geht. Und mal ganz ehrlich, was würde uns ein Star Trek bringen, das zwar unseren Idealvorstellungen gerecht würde, aber eingestellt werden müsste, weil die nötige Menge an Konsumenten fernbliebe? Gar nichts!
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Re: Geburtsstunde?

Beitrag von Mr.Picard » Fr 29. Jan 2016, 12:17

Sowas in der Art hatten wir ja schon, mit ENT. Und das crashte sogar ohne LGBT Charaktere.

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